69. Jahrgang

Auktionsberichte

222.-226. Corinphila-Auktion: Das „Comeback“ der ungebrauchten klassischen Briefmarke


23.06.2018 | Es fällt schwer, ein Fazit der zurückliegenden Corinphila-Auktionsserie in nur einem Satz auf den Punkt zu bringen, so turbulent waren die sechs Auktionstage vom 28. Mai bis 2. Juni 2018. Vier Zuschläge im sechsstelligen Bereich setzten ein großes Ausrufezeichen. Zahlreiche Sammelgebiete von der Schweiz und Altdeutschland über Rumänien, das Kap der Guten Hoffnung bis nach China und Australien standen im Fokus. Das in insgesamt fünf Katalogen offerierte und zugleich umfangreichste Angebot der vergangenen Jahre überzeugte die Sammler auf ganzer Linie. Die Auktion darf zugleich als philatelistische Standort­bestimmung gelten.


Pretiosen der Philatelie sorgten für Aufsehen

Insbesondere die Nach­frage nach wertvollen Rari­tä­ten ist ein Trend, der sich bei jeder Corinphila-Auk­ti­on aufs Neue bestätigt. Exklusive Pre­tio­sen aus Philate­lie und Postge­schichte sind ge­fragt wie nie zuvor. Mit gleich vier Spit­zen­losen, die nach in­tensiven Bieter­gefechten einen Zu­schlag zwischen 100 000 und 500 000 Fran­ken erzielten, beeindruckte die vergangene Versteigerung nachhaltig. Den An­fang machten die "Victoria Stamp Du­ty"-Marken Australiens (der erste Klein­bo­gen der Philatelie!) mit einem Zu­schlag von 100 000 (50 000) Franken. Eine Schweiz-Viertelung der Rayon II schloss sich mit 150 000 (125 000) Fran­ken an, gefolgt von dem weltberühmten australischen "Kopfstehenden Schwan", der für 260 000 (100 000) Franken zu­geschlagen wurde - zugleich der höchs­te Zuschlag, der jemals für eine australische Marke erzielt wurde! Den sprichwörtlichen Vogel schoss der chinesische "Small Dollar" ab, der auch als „King of Chinese Philately“ bezeichnet wird. Hier fiel der Hammer erst bei sa­genhaften 500 000 (300 000) Franken. Eine Notiz am Ran­de: Vier Auktions­teilneh­mer reisten um den halben Glo­bus aus Aus­tralien speziell für die Versteigerung in Zü­rich an, weil sie sich die seltenen Stücke nicht entgehen lassen wollten. Die Versteigerung des "Kopf­stehenden Schwan" und des "Small Dol­lar" kann auf www.corinphila.ch in Bild und Ton nachverfolgt werden.

Ungebrauchte klas­sische Briefmar­ken aus dem 19. Jahr­hundert lieferten die Glanzlich­ter einer an Höhe­punkten wahrlich nicht ar­men Auk­tion. Neben den bereits erwähnten Weltra­ritäten mit dem roten "Small Dollar" aus dem Jahr 1897 an der Spit­ze begeisterten zahlreiche weitere seltene Marken und Belege von der Schweiz bis Australien die Bieter. Hochspan­nen­de Bietergefechte und beachtliche Stei­gerungen boten sich den staunenden Zuschauern, die ein Wettrennen zwischen Saal-, Telefon- und Internet­bie­tern verfolgten. Beispielhaft ge­nannt seien ein ungebrauchtes Unter­rand-Paar des "Sachsen Dreiers" (Zu­schlag 32 000, Ausruf 10 000 Franken), ein un­ge­brauchter Dreierstreifen von Tasmanien (Zuschlag 36 000, Ausruf 15 000 Fran­ken), der rumänische "Och­senkopf" 108 Parale (Zuschlag 34 000, Ausruf 10 000 Franken) oder der ungebrauchte Achterblock der "Genfer Waadt 5" (Zuschlag 70 000 Franken, Ausruf 50 000 Franken). Und dies sind nur einige we­nige Beispiele, die das "Comeback" der ungebrauchten klassischen Briefmarke verdeutlichen!

Nicht nur in diesem Zu­sam­menhang gewinnt die Pro­venienzforschung für seltene und wertvolle Brief­marken ganz offensichtlich immer mehr an Bedeu­tung. Die Stammbäume früherer Vorbesitzer, wie man sie in der Kunst schon lange kennt, beflügeln das In­teresse und die Fantasie der Briefmar­kensammler. Das Wissen darum, dass eine seltene Marke oder ein interessanter Brief bereits die Kollektion eines be­rühmten Vorbesit­zers krönte, steigert das Engagement der Bieter spürbar, wie sich vielfach zeigte. Insbesondere die phil­atelistischen Schätze aus den einmaligen Kollektionen des Baron Phillip von Ferrary oder König Carol II von Ru­mä­nien erfreuten sich besonderer Beliebt­heit.

Schweiz-Sammler besonders motiviert

Schon im Vorfeld hatte sich das große Interesse abgezeichnet. Wenige Tage vor der Versteigerung wurde in Lugano mit der NABA 2018 das 175. Jubiläum der Schweizer Briefmarke gefeiert. Das Auktionshaus Corinphila präsentierte al­le Schweizer Einzellose der Auktion am großen Ausstellungsstand dem in­teressierten Publikum in Lugano. In einer Spezialvitrine wurden der "Kopf­ste­hende Schwan" sowie der "Small Dollar" präsentiert und waren die An­laufstelle für zahlreiche Besucher. Ein Schweizer Fernsehsender berichtete von der Ausstellung und interessierte sich insbesondere für die zwei Selten­hei­ten, die dann später tatsächlich die beiden Spitzenzuschläge der Auktion erlösten.


» www.corinphila.ch

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Auktionskalender

DatumAuktion
21.07.2018 185. Rauhut-&-Kruschel-Auktion
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28.07.2018 Therese-Weiser-Auktion
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30.07.2018 461. Nordphila-Auktion
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03.08.2018
bis
04.08.2018
177. Loth-Auktion
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04.08.2018 72. Jennes-&-Klüttermann-Auktion
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Veranstaltungskalender

DatumVeranstaltung
21.07.2018 Brief­marken­tausch
51105 Köln-Humboldt/Grem­berg/Evangelische ... [mehr]
21.07.2018 Treffen für Freunde und Sammler der Luft­post
50668 ... [mehr]
22.07.2018 Tausch­­tag
52066 Aachen-Burtscheid/Men­sa der ... [mehr]
22.07.2018 Tausch­tag
63128 Dietzen­bach/Volks­hochschule ... [mehr]
22.07.2018 Tausch­treff
50825 Köln-Ehrenfeld/Bürgerzentrum ... [mehr]