69. Jahrgang

Auktionsberichte

Briefporto in Deutschland schneidet im Europavergleich weiter gut ab


27.07.2017 | BONN (DP) Das Porto für den Stan­dard­brief in Deutschland liegt weiter unter dem europäischen Durchschnitt. Das belegt der diesjährige Briefpreisver­gleich der Deutschen Post.


Betrachtet man nur die nominalen Briefpreise, so liegt das deutsche Porto mit 0,70 Euro ziemlich genau im europäischen Mit­tel­feld (Platz 16 von 31). 14 Länder ha­ben seit dem letzten Jahr die Briefpreise angehoben, so dass der durchschnittliche europäische Briefpreis mittlerweile 0,88 Euro beträgt, acht Cent mehr als im Vorjahr. Nominal am teuersten ist der Inlandsbrief in Dänemark mit um­gerechnet 3,63 Euro, am günstigsten ist er nach wie vor auf Malta (0,26 Eu­ro). Bezieht man aber makroökonomische Faktoren wie Arbeitskosten und Kaufkraft mit in den Vergleich ein, so liegt Deutschland mit seinem Porto im europäischen Porto-Ranking lediglich auf Rang 24 (von 31 untersuchten Län­dern), d.h. in 23 Ländern ist das Brie­feschreiben teurer.

"Teuer“ und "günstig“ ist jedoch eine Frage der Relation. Die EU-Postdiens­terichtlinie spricht von "erschwinglichen“ Preisen, die die EU-Mitgliedsstaa­ten im Bereich des Post-Univer­sal­dienstes si­cherstellen sollen. Die Er­schwinglich­keit hängt wiederum mit den jeweiligen Lohnniveaus in den verschiedenen EU-Staaten zusammen. Daher untersucht die Briefpreisstudie der Deut­schen Post am Beispiel eines Industriear­bei­ters, wie lange in den einzelnen Län­dern gearbeitet werden muss, um das Porto für einen Standardbrief bezahlen zu können. Ergeb­nis: Deutschland ist nach der Schweiz und Malta das Land mit den er­schwinglichsten Briefporti. Am längsten muss ein Arbeiter in Bul­garien arbeiten, um sich das Geld für einen Standardbrief zu verdienen. Die Be­reinigung der Brief­preise um die Kaufkraftunterschiede zeigt ein ähnliches Bild: Deutschlands Por­to liegt mit Platz 21 im unteren Mittel­feld.

Setzt man die Brief­preise in Relation zu den Perso­nalkos­ten in den einzelnen EU-Län­dern, so zeigt sich auch hier, dass das deut­sche Porto im Europa­vergleich sehr güns­tig ist. Lediglich in Malta, Slowenien, Österreich, Schwe­den und Belgien sind die um Arbeits­kosten bereinigten Brief­preise günstiger. Auch bei diesem Ver­gleich ist Dä­nemark das Land mit den höchsten Briefpreisen.

Inflationsbereinigt hat sich in den vergangenen zehn Jahren der Briefversand in Deutschland seit 2007 um 11,2 Pro­zent verteuert. Im Vergleich dazu ist der durchschnittliche Briefpreis in Eu­ropa im gleichen Zeitraum allerdings um knapp 42 Prozent gestiegen.


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