69. Jahrgang

Auktionsberichte

25 Jahre fünfstellige Postleitzahlen in Deutschland


03.08.2018 | BONN "Am 1. Juli vor 25 Jahren sind die fünfstelligen Postleitzahlen in Kraft ge­treten“, beginnt eine Pressemit­tei­lung der Deutschen Post.


"Mit einer breit angelegten Werbe- und Informa­tionskampagne hatte die Deutsche Post zuvor ab dem 29. Januar 1993 die Bundesbürger über den Wech­sel von der vier- zur fünfstelligen Post­leitzahl informiert. Die Comicfigur Rolf verkündete mit der Stimme des Schau­spielers Rolf Zacher täglich in Fernseh­spots 'Fünf ist Trümpf', Rudi Carrell rühr­te die Werbetrommel für die neue Post­leitzahl mit seiner Schau 'Die Post geht ab' und be­kannte deutsche Re­gisseure wie Loriot, Doris Dör­rie oder Helmut Dietl be­handelten das The­ma in hu­morvollen Fernsehspots. Dass die Um­stellung zum 1. Juli 1993 dann so reibungslos verlief, war aber vor al­lem das Resultat ei­ner generalstabs­mäßigen und akri­bischen Vorbe­rei­tung durch die Deut­sche Post.

40 Millionen Post­leit­zahlenbücher muss­ten gedruckt und ver­teilt, die Briefverteilmaschinen der Deutschen Post umprogrammiert und die Post-Mitarbeiter eingearbeitet werden. Es galt, rund 60 Mil­lionen Privat­kunden ‚im schreibfähigen Al­ter’, rund drei Mil­lionen Geschäfts­kun­den, den Post-Mitar­beitern, den Medien sowie den Firmen und Postdiensten im Aus­land den Stichtag 1. Juli 1993 zu vermitteln. Am 1. Juli trugen bereits 57 Prozent aller Briefe die neuen Post­leit­zah­len, nach einer Woche 78 Pro­zent und nach zwei Wochen lagen be­reits wieder weit über 90 Prozent aller Briefe am Tag nach der Einlieferung beim Emp­fänger.

Durch die Wiedervereinigung war eine Vereinheitlichung der Postleitzahl-Sys­teme der Bundesrepublik Deutschland und der DDR notwendig geworden. So existierten rund 800 Dubletten, die be­seitigt werden mussten. Beispiel: 5300 Bonn und 5300 Weimar. Außerdem konnte die Briefsortierung in den neu­en hochmodernen Briefzentren durch die fünfstelligen Postleitzahlen wirt­schaftlicher und effizienter gestaltet wer­den. Die fünf Ziffern ermöglichten zu­dem eine feinere Abstimmung auf die neu aufgebaute Zustell-Logistik mit da­mals 83 Brief- und 33 Frachtzentren.
Heute sind in Deutschland 28 278 verschiedene Postleitzahlen vergeben, da­von 8181 für Orte, 16 173 für Post­fächer, 3095 für Großkunden und 865 sog. 'Aktions-PLZ' (z. B. für Gewinn­spie­le). Auch drei Gebäude in Frankfurt a. M. haben eine eigene Postleitzahl, nämlich Messeturm (60308), Opern­turm (60306) und Taunusturm (60310). Das vierte deutsche Gebäude mit ei­gener Zustell-PLZ ist das Schnee­fer­ner­haus auf der Zugspitze (82475). Mit der Bräutigamseiche im Dodauer Forst in Eutin ist sogar ein einzelner Baum un­ter einer Postleitzahl (23701) erreichbar.

234 Orte in Deutschland haben mehr als eine Postleitzahl. Berlin ist die Stadt mit den meisten sog. 'Zustell-Post­leit­zahlen' (190), gefolgt von Hamburg mit 100 und München mit 75. Unter den Bundesländern hat Nordrhein-Westfa­len die meisten, Bremen die wenigsten aktiven Postleitzahlen."


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