69. Jahrgang

Auktionsberichte

35 Jahre Felzmann-Auktionen: Neuentdeckungen und große Raritäten zum Jubiläum


29.01.2011 | Die sowjetische Postverwaltung gab zur 1. Allunions-Briefmarken­aus­stel­lung am 5. Dezember 1932 zwei Sondermarken heraus, die zur dreifachen Nomi­nale verkauft wurden, um die Veranstaltungskosten zu de­cken. Jeweils zwei Exemplare beider Werte wurden in einem ungezähnten Block ohne Gummi an geladene Gäste abgegeben. Aber es gibt noch eine Stei­ge­rung des ohnehin raren Blocks: ein Vorlagestück mit einem entsprechenden Rand­eindruck zum Bericht des Allrussischen-Zentral-Exekutiv-Komitees Nr. 16832 und daneben gesetzter Unterschrift!


Neuentdeckte Blockvarianten der SBZ

Diese Top-Rarität der russischen Phil­atelie kann Auktionator Ulrich Felz­mann auf seiner Frühjahrsauktion vom 24. bis 26. Februar 2011 offerieren. Der Ausruf für dieses seltene Stück liegt bei 80 000 Euro. Der Block ist Bestandteil des ausgesprochen großen Raritäten-Angebotes von Russland/Sowjetunion, das zu den Schwerpunkten der 132. Felzmann-Auktion gehört. Mit 15 000 Euro ist eine der seltensten Luftpost­marken der Welt angesetzt, die So­wjetunion 1 P. auf 10 K Lewanewskij-Transpolarflug mit kopfstehendem Auf­druck, Feld 23 des einzig bekannten, kopfstehend überdruckten 25er-Bo­gens, ungebraucht in einwandfreier Pracht-Erhaltung. Eine ursprüngliche Gesamtauflage von nur 25 Exemplaren hat eine weitere sowjetische Luftpost­mar­ke, die 5 R. Flugpost mit abweichender Schrifttype und breiter "5" in ungebrauchter Pracht-Erhaltung mit den charakteristischen Gummibügen, die alle Marken dieses extrem seltenen Wertes aufweisen 20 000 Euro. Dazu gesellen sich herausragende Stücke der Deutschland-Phil­ate­lie:

Im Bereich der Deut­schen Kolonien ist eine Briefmarke zu haben, die noch nie auf einer Auk­tion zu sehen war. Es handelt sich um die Deutsche Post in Marokko MiNr. 57 II A b (Auf­druck in der extrem seltenen Farbe Dun­kel­zinnoberrot) in postfrischer Erhal­tung. Dieses Stück
stellt für den Post­frisch-Sammler der deutschen Kolonien ein Ausnahme­stück dar und ist mit 10 000 Euro angesetzt.

Bei Deutschland nach 1945 wartet die SBZ mit außergewöhnlichen Block-Abarten auf. Felzmann ist es gelungen, zwei Block-Ausgaben in einer bisher nicht bekannten Ausführung präsentieren zu können. Einmal handelt es sich um den Block MiNr. 2 V III (auf grau gefasertem Papier) mit den deutlich verschobenen Klischees der Werte zu 4 und zu 20 Pfennig nach unten. Dieses tadellose postfrische Luxusstück ist das erste bekannt gewordene Exemplar dieser Art mit zwei verschobenen Mar­ken. Eine Neuaufnahme in den Mi­chel-Spezialkatalog ist vorgesehen. Der Ausruf beträgt 7500 Euro. Bei dem Block MiNr. 3 B wird eine bisher auch nicht bekannte Variante un­gezähnt und ohne Blau­druck der 40-Pfennig-Wert­stufe ge­zeigt. Dieses postfrische Prachtstück ist in dieser Form bisher nicht registriert (5300 Euro).

Beachtung verdienen im Deutschland-Teil außerdem die Auf­lö­sung einer Spezial-Sammlung Mecklen­burg-Schwerin & -Strelitz und im Be­reich Lokalausgaben 1945/46 die For­schungssammlung "Bad Nauheim" von Prof. Dr. Urban, die neben vielen seit Jahrzehnten nicht mehr angebotenen Seltenheiten sogar Unikate aufweist, die bis dato völlig unbekannt waren. Dazu gehört Bad Nauheim, Post­verschlusszettel im waagerechten Dreierstreifen, mit leichten Antren­nungen in der Zähnung aufgrund des sehr dünnen Papieres, wobei die beiden äußeren Zettel einen rotbraunen, der mittlere Zettel einen grauschwarzen Eindruck des Stadtwappens, Ge­bühr bezahlt sowie der Wertangabe zu 60 Pfennig zeigen. Das wahrscheinlich einmalige Stück (Abbildung unten) startet mit 1500 Euro.

Qualitätsabstempelungen aus Italien

Neben dem eingangs erwähnten großen Angebot von Russland und So­wjetunion sind auch die anderen europäischen Gebiete sowie Übersee umfassend vertreten. Auf Interesse werden auch die Brief­marken aus Italien stoßen. Die Stem­pelraritäten in exklusiver Qualität bieten beispielsweise die farbigen Ab­stem­pelungen "Loreo", "Piove" (je 4500 Eu­ro), "S. Sofia", "Serracapriola" und "Sicilia" in praktisch nie gesehener Qualität. Die 132. Felzmann-Auktion bietet au­ßerdem Briefmarken aus der Volksre­publik China mit zahlreichen aktuell besonders nachgefragten Ausgaben, u. a. Block MiNr. 9 "Pfingstrosen" gleich zweimal, Block MiNr. 10 sowie Kultur­revolution und dergleichen mehr in gut ausgebauten Sammlungen. Traditionell werden am Samstag (26. Februar 2011) im Rahmen der Samm­lungsauktion Nachlässe und Posten versteigert, die aus über 300 Nach­läs­sen und Privateinlieferungen stammen. Die Briefmarken-Auktion findet im ei­genen Auktionssaal statt.


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