70. Jahrgang

Auktionsberichte

"Bermuda Dreieck" in der Sonderstempelstelle Berlin?


17.12.2018 | Dass Berlin - arm aber sexy - auch reich an Attraktionen ist, dürfte unbestritten sein. Seit die Country Band "Truck Stop" im Jahr 1980 Old Texas Town, die Westernstadt, "mitten in Berlin" verortete, hat sich dort viel getan. Offenbar ist aktuell in der Vorweihnachtszeit im Stadtbezirk Schöneberg eine weitere Attraktion hinzugekommen, die bislang nördlich der Karibik etwa zwischen Süd-Florida, Puerto Rico und Bermuda ausgewiesen schien: das sog. "Bermuda Dreieck", in dem seit vielen Jahrzenten immer wieder Schiffe oder Flugzeuge auf mysteriöse Weise verschwanden.


Ganz so dramatisch gestalten sich die Geschehnisse in der Sonderstempelstelle in der Berliner Eresburgstraße zwar (noch) nicht, aber für die Betroffenen bedeuten sie in jedem Einzelfall doch auch eine kleine Katastrophe. Konkret beklagen zwei Philatelisten seit November den offenbar nicht aufklärbaren Verlust ihrer Briefsendungen mit Stempelaufträgen an die Sonderstempelstelle Berlin. So hatte ein Sammler aus Bonn drei Briefe am 31. Oktober, 14. und 23. November mit Stempelaufträgen für den Kieler Sonderstempel 23/320 für die beigefügten Karten und Briefen in einer Bonner Filiale auf den Postweg gebracht, von denen allerdings nur zwei Briefe ihren Berliner Empfänger erreichten. Der mittlere Brief vom 14. November ist spurlos verschwunden.

Ähnlich erging es einem Sammler aus Erkrath, der seine Weihnachtsgrüße per selbst gestalteten Karten mit dem Kieler Sonderstempel 23/332 schmücken wollte. Sein Mitte November versandter Brief mit zehn Karten, frankiert mit Plusmarken Individuell, erreichte den Empfänger in der Stempelstelle Berlin ebenfalls nicht. Auf Anfragen wurden beide Einsender von dem Kundenservice in Weiden bzw. der Stempelstelle in der Berliner Eresburgstraße beschieden, dass ihre reklamierten Sendungen nachweislich der dortigen Eingangsregistrierung nicht eingegangen seien. Demzufolge wäre der Verlust der Briefe wohl den Verteilzentren oder dem unwägbaren Posttransport vom Rheinland in das ferne Berlin zuzurechnen.

Und damit über die Haftung bei Verlusten von Standardbriefen gar nicht erst Zweifel aufkommen, wurde von der zentralen "Kundenbetreuung" der Deutschen Post in Bonn - entgeltfrei - belehrt: "Sie haben Ihre Sendung als Brief ohne Zusatzleistung versandt. Da die Haftung für deren Verlust oder Beschädigung laut unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen grundsätzlich ausgeschlossen ist, können wir Ihrer Schadensersatzforderung nicht entsprechen." Abgesehen davon, dass wohl nur ein verschwindend geringer Teil der Philatelisten einen Stempelauftrag per Einschreiben an die Stempelstellen in Berlin und Weiden verschickt, stellt sich die Frage, wie viele derartige Sendungen "sang- und klanglos" verschwinden, ohne dass die Postnutzer von dem offenbar "normalen Schwund" bei der Postbeförderung durch die Deutsche Post erfahren. Die Dunkelziffer in diesem Bereich dürfte enorm sein.

So bleibt zu guter Letzt nur, nicht ohne ein gerütteltes Maß an Resignation ein fröhliches Weihnachtsfest zu wünschen und vielleicht einmal wieder Freunden und Bekannten einen Weihnachtsgruß per Post zu übermitteln. Die passenden Weihnachtsstempel gibt es derzeit bei vielen Postämtern … und natürlich auch den Sonderstempelstellen gratis - sofern die Stempelaufträge dort überhaupt ankommen.

Bernd Steinert


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