69. Jahrgang

Auktionsberichte

Die Phila-Welt traf sich in Wil: Sensationelle Ergebnisse für Sammlungen!


22.12.2011 | Die Internationale Rapp-Auktion vom 21. bis 25. November 2011 kennzeichneten hohe Preise für Einzelstücke und Sammlungen, eine einmalige Atmosphäre und eine starke Medienpräsenz. Besonders große Steige­rungen verbuchten gehaltvolle Sammlungen und Partien, auf die sich das Schweizer Traditionshaus seit Jahrzehnten spezialisiert hat. Aber auch Einzellose - zumal mit postgeschichtlicher Relevanz - animierten die Bieter zu Höchstleistungen. Begeisterte Aufnahme fanden die Mün­zen und Medaillen, für die es erstmals einen Sonderkatalog gab. Insge­samt wurden an den Auktionstagen 12,6 Millionen Franken (Zuschlag inkl. 20% Aufgeld ohne Mehrwertsteuer) umgesetzt!


Sammlungen fanden reißenden Absatz

Bei den knapp 900 Sammlungen und Partien waren hohe fünfstellige oder gar sechsstellige Zuschläge keine Sel­tenheit. Ein besonderes Highlight war die Sammlung "Alster", spezialisiert auf das Deutsche Reich mit großartigem Brustschild-Teil sowie anderen deutschen und europäischen Gebieten, die in 45 Lose aufgeteilt wurde. Sie erzielte insgesamt 501 100 (49 400) Franken! Die Kollektion "Schwechat", eine fantastische Generalsammlung Europa mit Schwerpunkt Frankreich, Griechen­land, Großbritannien, Österreich und Russ­land, spielte insgesamt 188 000 (25 300) Franken ein. Schweiz, Deutschland und einige andere europäische Länder in hoher Qualität enthielt die Sammlung "Filisur", die insgesamt 329 700 (47 800) Franken einbrachte.

Die Sammlung "Meerbusch" mit zahllosen seltenen Ausgaben von Europa einschließlich Deutschland kam nach Jahrzehnten auf den Markt und brachte insgesamt 226 500 (39 550) Franken ein. Die Sammlung "Favoriten", von einem Investor und Sammler in 70 Jah­ren zusammengetragen, enthielt hoch­wertige Stan­dardpositionen fast aller europäischer Staaten und erlöste 96 800 (14 800) Franken. Besonders begeistert war In­haber und Auktio­nator Peter Rapp von der Sammlung eines Grafen aus dem Salzbur­gerland, die vor über 100 Jahren angelegt wurde und aus der er zwei Alben versteigern konnte: ein Album mit europäischen Ländern, vor allem Alt­deutsch­land, Altitalien und Schweiz, und einen zweiten Band mit den Staaten von Nord- und Südamerika sowie einigen Karibik-Inseln. Mit 20 000 Franken an­gesetzt, startete die großartige Kollek­tion aufgrund der vorliegenden Ge­bo­te bereits mit 50 000 Franken und kletterte schließlich auf 74 000 Franken.

Mit 143 000 (20 000) Franken erzielte die Sammlung "Oden­wald", ein unglaublich reichhaltiges Deutschland-Objekt von den Brust­schil­den bis in die Mo­derne, ebenfalls ei­nen hohen Zu­schlag. Ein Raunen ging durch den voll be­setzten Auktionssaal, als ein umfangreicher Sammler­bestand VR China 1949-1999 von 3000 auf sensationelle 115 000 Fran­ken kletterte. Es waren häufiger kleine und auf den ersten Blick unscheinbare Positionen, die sich nach ihrem Aufruf groß in Szene setzten. Das galt beispielsweise auch für eine Weltsamm­lung 1850-1960, die von 3000 auf 52 000 Franken sprang.

Nicht nur Länder- oder Generalsamm­lungen fanden reißenden Absatz, sondern auch zum Teil stark spezialisierte Objekte. Mit 30 000 Franken waren "Die Schweizer Abstempelungen 1843 bis 1907" angesetzt, eine Sammlung, die nach den Stempel-Gruppen 1 bis 151 gegliedert war und aus zwölf prall gefüllten Alben bestand. Der Hammer fiel schließlich bei 110 000 Franken. Bis ca. 1930 trug ein Sammler in einem Spezialalbum weltweite Flugpostaus­gaben, darunter einige Raritäten und sehr gute Briefe, zusammen. Die Kol­lektion spielte mit 62 000 (15 000) Fran­ken mehr als den vierfachen Ansatz ein.

Postgeschichte weltweit gefragt!

Die Versteigerung der rund 850 Ein­zellose begann mit der Schweiz, die mit knapp 500 Positionen traditionsgemäß den Schwerpunkt bildete. Für ein erstes Ausrufezeichen sorgte ein Stadt­brief mit einer Zürich 4 mit 12 500 (4000-6000) Franken. Einer von nur drei bekannten Einschreibebriefen mit einer 6 Rappen von Zürich spielte 45 000 (30 000-40 000) Franken ein. Ein seltener Ganzsachenumschlag von Genf, durch die Entwertung mit der 4. Genfer Rosette vermutlich ein Unikat, steigerte von 15 000-20 000 auf 23 000 Franken. Bemerkenswert waren auch 56 000 (40 000-50 000) Franken für einen außergewöhnlich schönen Brief mit einer Basler Taube vom 12. Mai 1846. Die Mischfrankatur einer Orts-Post mit Einfassung und eines Dreier­streifens der Poste-Locale mit Einfas­sung war einem Bieter 24 000 (10 000-15 000) Franken wert.

Im Europa-Teil gab es u.a. ein kleines, aber feines Angebot französischer Post­geschichte. Hier stieg ein Brief vom französischen Expeditionscorps in Chi­na von 400-500 auf 2100 Franken. Ein Vaduz-Block auf eingeschriebenem Nach­nahme-Brief mit Eilzustellung vom Aus­gabetag kostete 1300 (800-1000) Fran­ken. Die nicht verausgabte Dalai-Lama-Marke Österreichs wurde für 1400 (600-800) Franken zugeschlagen. Für 8500 (3000-4000) Franken fand ein postfrischer Viererblock vom rechten Bogenrand der 1 Pfund Blaugrün von Großbritannien ein neues Zuhause. Ein Brief aus Brasilien nach Deutschland mit einer als Nachtaxe aufgeklebten NDP-Marke brachte 7500 (3000-4000) Franken.

Im Mittelpunkt des gut besetzten Deutschland-Angebotes standen große Einheiten der Brustschilde sowie postgeschichtliche Besonderheiten aus dieser Epoche. Von 1000-1500 auf 7700 Franken sprang ein frischer Dreierblock der 1 Groschen Karmin auf Einschreibe­umschlag vom Ersttag. 6600 (600-800) Franken erzielte eine Brustschilde-Buntfrankatur nach Aleppo - der erste registrierte Brief in die asiatische Türkei! Begehrt waren auch Währungs-Misch­frankaturen, wie 15 000 (3000-4000) Franken für einen Nachnahme-Brief zeig­ten, auf dem Großer Schild, Pfen­nige und 2 Mark kombiniert waren. Einer der wenigen Vorlagekartons mit den letzten, teils nicht mehr verausgabten Marken des Dritten Reiches ging für 23 000 (15 000-20 000) Franken.

Münzen übertrafen die Erwartungen!

Das Auktionshaus Rapp hat in den letzten Jahren seine Numismatik-Sparte kontinuierlich ausgebaut und kommt damit auch den Wünschen vieler Phil­atelie-Kunden nach. Auf der jüngsten Versteigerung wurde das mit Abstand größte, gehaltvollste und hochwertigste Münzen- und Medaillenangebot der Firmengeschichte präsentiert. Erstmals wurde ein separater, luxuriöser Mün­zenkatalog aufgelegt, in dem sich viele bedeutende Raritäten aus der Antike, dem Mittelalter und der Neuzeit befanden. Ein bis auf den letzten Platz gefüllter Auktionssaal unterstrich den Stel­lenwert des Angebotes und sorgte da­für, dass der erwartete Umsatz von 1 Million Franken mit einem Gesamter­gebnis von 2,8 Millionen Franken (Zu­schlag inkl. 20% Aufgeld ohne Mehr­wertsteuer) sehr deutlich übertroffen wur­de.

Zu den herausragenden Resultaten ge­hörten 90 000 (40 000-50 000) Fran­ken für einen Hamburger "Portuga­lö­ser", der um 1578 hergestellt wurde. Umkämpft waren auch zwei, 1895 in kleinen Auflagen geprägte sehr seltene Markstücke für Deutsch Neu-Guinea: Ein 10-Mark-Stück stieg von geschätzten 15 000-20 000 auf 32 000 Franken, ein 20-Mark-Stück von 10 000-15 000 auf 28 000 Franken. Ne­ben den Ein­zel­stü­cken stürzten sich die Bieter auf die gehaltvollen Sammlungen und Par­tien. Eine großartige Kollektion mit 126 französischen Goldmünzen sprang von 5000 auf 65 000 Euro. Der in zwölf Lo­se aufgeteilte "Tren­to-Bestand" eines begeisterten Nu­mis­matikers, der in über 40 Jahren schwerpunktmäßig die Mün­zen von Österreich, Deutsch­land und der Schweiz zusammengetragen hatte, erlöste insgesamt 203 800 (38 800) Fran­ken.

Während bei den Preisen für Gold- und Silbermünzen sicher auch die derzeitigen Währungsturbulenzen eine Rolle spielten, ging es bei zwei Medaillen, die aus dem Besitz des ungarischen Fußball-Nationalspielers Lászlo Budai II stammten, ausschließlich um den ideellen Wert. Die „Goldmedaille“ aus vergoldetem Silber, die die ungarische Wunderelf 1952 bei den Olympischen Spielen in Helsinki für den 2:0-Sieg im Finale bekam, erlöste 9000 Franken, die etwas kleinere Silbermedaille, die die Ungarn nach dem WM-Finale 1954 erhielten, brachte ebenfalls 9000 Fran­ken und ging zurück in die Heimat. Beide Medaillen waren mit 4000-6000 Franken ge­schätzt.


» www.rapp-auktionen.ch

» Zurück zur übersicht
 « | | 45 | 46 | 47 | 48 | 49 | 50 | 51 | | » 

Auktionskalender

DatumAuktion
16.08.2018
bis
17.08.2018
Raritätenauktion PRAGA 2018
[mehr]
16.08.2018
bis
18.08.2018
100. Gert-Müller-Auktion
[mehr]
01.09.2018 Sonderauktion Peter Zgonc
[mehr]



Veranstaltungskalender

DatumVeranstaltung
15.08.2018 Tausch­tag
12203 Berlin-Lichter­felde/Restaurant ... [mehr]
15.08.2018 Tauschtreffen
53783 Eitorf/"Brü­ckenstübchen", ... [mehr]
16.08.2018 Tauschtag
42859 Remscheid/Bür­gerhaus Süd, ... [mehr]
17.08.2018 Sammlertreff für Briefmarken, Belege, Münzen und Ansichts­karten
53909 Zülpich/Franken Gymnasium, Keltenweg ... [mehr]
18.08.2018 Brief­marken­tausch
51105 Köln-Humboldt/Grem­berg/Evangelische ... [mehr]