69. Jahrgang

Auktionsberichte

34. Gärtner-Auktion: Seltenheiten vieler Sammelgebiete


26.05.2016 | Christoph Gärtner und seinem Team ist es wieder einmal gelungen, eine sehr umfangreiche Auktionsserie für den Frühsommer bereitzustellen. In 14 Katalogen wird ein breites Spektrum der Philatelie und Numis­matik offeriert. Den Auftakt macht die Raritäten-Versteigerung am 30. Mai in New York, über die wir bereits in unserer Mai-Ausgabe berichtet haben (Seite 50). Am Stammsitz in Bietigheim-Bissingen folgen am 10. und 11. Juni Münzen und Banknoten sowie die philatelistische Haupt­auktion vom 13. bis 17. Juni.


Baden ex Goldschagg

Tragend sind im Auktionsangebot zwei bedeutende Sammlungen: einmal die Bosshard-Kollektion mit einer Fülle von Raritäten und gut ausgebauten Samm­lungen aus aller Welt und zum anderen die atemberaubende Goldschagg-Samm­lung "Alt-Baden", die geschlossen offeriert wird.

Wer sich intensiver mit dem klassischen Sammelgebiet Alt-Baden beschäftigt, wird früher oder später auf den Namen Rolf Goldschagg stoßen. Der 2006 verstorbene, angesehene Münchner Samm­ler zählte beim Thema "Alt-Baden" zu den weltweit angesehensten Spezialis­ten mit profundem Hinter­grund­wissen - was übrigens auch für die Kapitel "Schweiz" und "Liechten­stein" galt. Sein Nachlass hat schon fast musealen Cha­rakter.

Der 1930 geborene Rolf Goldschagg be­zeichnete die Philatelie immer als "Ruhepol", in den er sich nach getaner Arbeit zurückziehen konnte. Denn im Berufsleben hatte er große Verant­wor­tung zu tragen: 1968 als Nachfolger seines Vaters Edmund Goldschagg in die Gesellschafterversammlung der Süddeutschen Zeitung eingetreten, war er ab 1970 Mitglied der SZ-Ge­schäftsleitung. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass er sich über Jahr­zehn­te im sozialen Bereich engagiert hat - unter anderem mit einer Stiftung für in Not geratene SZ-Ver­lagsmitarbeiter, dem Sport oder dem Ver­ein zur Wieder­be­spie­lung des Münchner Prinz­regenten­theaters. "Wer Schwächeren helfen kann, soll hel­fen. Und ich kann", so ungefähr lautete der Leitspruch des zweifachen Fami­lienvaters.

Sohn Christian Goldschagg, ein erfolgreicher ehemaliger Leistungssportler (WM-Teilnehmer im Bahnradsport und mehrfacher deutscher Meister), erinnert sich, dass sein Vater seine Samm­lung bei Null angefangen hat. "Brief­marken haben ihn einfach begeistert. Da saß er dann stundenlang in seinem Zimmer und hat sich Wissen angelesen." Warum ihn ausgerechnet das The­ma "Alt-Baden" so begeisterte, liegt für den Filius auf der Hand: Rolf Gold­schagg war in Freiburg aufgewachsen!

Legendär in Fachkreisen waren über vie­le Jahre bei diversen Auktionen seine "Bieterschlachten" mit einem befreundeten deutschen Sammlerkollegen. Und da Rolf Gold­schagg beim Bieten sehr oft die Nase vorne hatte, entstand über die Jah­re beim Gebiet Alt-Baden eine Sammlung, die es sehr schnell auch in­ter­national zu allerhöchsten Ehren brach­te. Zu den Kost­­barkeiten der Gold­schagg-Sammlung zählen drei Erst­tagsbriefe vom 1. Mai 1851, "Brücken" in­klu­sive einer solchen der 6 Kr. grün auf Brief, Stockach-Provisorien, diverse größ­te bekannte Einheiten, drei Briefe nach Peru mit hohen Frankaturen bis 354 Kr., ein Brief mit halbierter Land­post­marke zu 12 Pf. (Säckinger Halbie­rung) und viele hochkarätige Stü­cken mehr, die die Crème-de-la-Crème seiner vielgeehrten Großgold-Kollek­tion darstellen.

Rare Wasserzeichenabart

Neben den in New York zur Verstei­gerung kommenden Raritäten und den Pretiosen aus der Goldschagg-Samm­lung warten viele weitere Seltenheiten auf neue Liebhaber, die als Einzellose oder in Sammlungen angeboten werden. Erwähnenswert bei Deutschland ist ein Nothilfeblock des Deutschen Rei­ches von 1933 mit kopfstehendem Was­serzeichen. Bereits vor über 50 Jahren fand man diese Seltenheit, bis heute sind nur zwei Exemplare bekannt ge­worden (80 000 Euro). Von Würt­tem­berg ist eine einmalige Drei-Aus­gaben-Mischfrankatur auf Firmen­zier­brief nach Indien zu haben (50 000 Eu­ro). Mit 80 000 Euro ist ein Zinn­ober­roter Merkur von Österreich angesetzt, der sich ungebraucht mit vollem, frischem Originalgummi ohne Falz präsentiert. Russland lockt mit einem der schönsten ungebrauchten Exemplare der MiNr. 4. Die Alt-Schweiz wartet mit einer ge­brauchten Doppelgenf mit Plat­ten­feh­ler auf (15 000 Euro). Er­gän­zend kommen Sammlungen aller Art dazu, vom interessanten Marken- bzw. Brieflot bis hin zu hochkarätigen Samm­lungen aus dem großen Boss­hard-Be­stand, aber auch Kollektionen von Chi­na oder Alt-Deutschland.


Bildbeschreibung: Einmalige Württemberg-Mischfrankatur nach Indien (50 000 Euro).

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