69. Jahrgang

Auktionsberichte

40. Gärtner-Auktion: Erlesene Kostbarkeiten aus der ganzen Welt


17.05.2018 | In seiner Sommerauktion, die zweigeteilt vom 5.-6. Juni (Münzen und Bank­noten) und vom 11.-15. Juni (Philatelie) am Firmensitz in Bie­tigheim-Bissingen durchgeführt wird, offeriert Christoph Gärtner wieder einmal ein sehr breit gefächertes und nicht alltägliches Angebot an Münzen, Banknoten, Briefmarken, Briefen sowie Sammlungen, Posten und kompletten Nachlässen, das in insgesamt 14 Katalogen untergebracht ist. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Postgeschichte Ma­layas. Nach dem erfolgreichen, im Februar versteigerten 1. Teil folgt nunmehr die Fortsetzung mit 2800 Losen, die hauptsächlich den Stempeln und der Postgeschichte der Malaiischen Staaten, Malaysias, Bruneis, Nord­bor­ne­os, Labuans und Sarawaks gewidmet ist.


Seltene Altdeutschland-Briefe

Sehr vielfältig zeigen sich auch die arabischen Staaten, die viele Spezialitäten des Libanon und von Syrien enthalten. Ein großes Angebot mit Probedrucken, Briefen und Besonderheiten hat auch Ägypten vorzuweisen. Bei Argentinien ab der Klassik stehen Marken und Brie­fe im Vordergrund. Ins Auge fällt ein waa­gerechtes Paar der Buenos Aires MiNr. 7 auf Brief nach Paris, der dorthin über fünf Wochen unterwegs war. Nur ein weiterer Brief dieser Art ist bekannt. Der Ausruf beträgt 12 000 Euro. Mar­ken und Postgeschichte erwarten auch die Liebhaber der Britischen und Fran­zösischen Kolonien. Bei den Britischen Kolonien finden sich zahlreiche Lose mit Plattennummern.

Im Altdeutschland-Teil gut besetzt ist Oldenburg. Hier gibt es eine posthistorische Rarität, nämlich einen Brief mit der 1/10 Thaler von 1852 an ein Mit­glied der "German Legion" im Krim-Krieg. Die Deutsche Legion war eine Formation deutscher Freiwilliger, die als Fremdenle­gionäre mit dem britischen Heer im Krim-Krieg (1853-1856) kämp­fen sollten. Be­feh­ligt vom Anwerber und Offizier Ri­chard von Stutterheim, wur­de sie in die Tür­kei gebracht, kam jedoch wegen des Endes der Kampf­handlungen nicht mehr zum Ein­satz. Christoph Gärt­ner sind nur noch zwei weitere Altdeutschland-Briefe, aber aus Bayern, an ein Mit­glied der "German Legion" bekannt. Sechs registrierte Briefe mit dem Ver­suchs­stempel "53" (Frankfurt) der Thurn- und-Taxis-Post sind ebenfalls sehr we­nig. Nummern-Stempel wurden in Thurn und Taxis erst 1853 eingeführt, Frank­furt bekam einen Nummern-Versuchs­stempel mit der Jahreszahl der zukünftigen Einfüh­rung dieser Stempel-Form = "53". Der vom 8. bis 25. No­vember 1852 verwendete Versuchs­stempel ist auf Brief sehr selten. Nach der allgemeinen Ein­führung der Num­mernstempel verwendete Frankfurt die Nummer "220". Der bei Gärtner an­gebotene Brief vom 12. November 1852, frankiert mit einer MiNr. 10, startet mit 12 000 Euro. Postge­schicht­lich bedeutend ist auch ein Brief mit Württem­bergs 9 Kreuzer von 1851 nach Ro­ches­ter in den USA und zwar deshalb, weil es sich um ein Teilfranco handelt. Die verklebte 9 Kreuzer reichte vom württembergischen Welzheim bis Bremen (DÖPV Taxe), die zusätzliche, vom Emp­fänger zu zahlende Gebühr von 15 Cents besteht aus 1 C für Bremen + 9 C See-Gebühr + 5 C amerikanischem Inlands­porto. Mindestens 25 000 Euro müssen für den Brief geboten werden, der im September 1853 seine Reise über den "Großen Teich" antrat.

Im Deutschland-Teil wird eine Samm­lung Rhein-Main-Flugpost mit vielen Spe­zialitäten aufgelöst. Mit interessanten Briefen wartet die deutsche Kolonie Marshall-Inseln auf. Das Sudetenland begeistert mit Seltenheiten wie der Blockausgabe "Masaryk mit Kind" auf Briefstück (Block leicht fleckig), entwertet mit aptiertem Stempel "KARLSBAD * 4d * -4.X.38--8". Die Auflage betrug 60 Stück. Der Karlsbad-Block MiNr. 2 geht mit 7500 Euro an den Start. Enorm umfangreich ist die Auswahl bei der SBZ-Thüringen, vor allem bei den Block-Varianten. Dazu gehört der Thea­terblock von 1946 im waagerechten Kehrdruckpaar auf holzhaltigem, gelblichgrauem Papier ohne Durchstich mit glatter Gummierung. Es handelt sich um die Blocktypen VIII und XII (5000 Euro).

Wer sich ein genaues Bild über das komplette Angebot verschaffen möchte, dem sei ein Besuch auf www.auktionen-gaertner.de empfohlen. Alle Lose sind hier mit Abbildungen aufgeführt und können über die Suchmaschine be­quem recherchiert werden.


Bildbeschreibung: Brief mit dem T+T-Versuchsstempel von Frankfurt (12 000 Euro).

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