Besonderheiten und Sammlungen gefragt

Steigerte bei Schlegel von geschätzten 1250-1500 auf 3500 Euro: Vorlagekarton mit Farb­proben des Wertes zu 84 Gr + 1 Zl. für die Sonderausgabe des Generalgouvernements zum 20. April 1944.

Berlin Die 26. Schlegel-Auktion vom 8. bis 10. Juni bescherte gerade den Sammlungen einen soliden Aufschwung und beachtliche Steigerungen, der wohl Ausdruck starker Nachfrage aufgrund der langen Corona-Pause auf Seiten von Händlern und Samm­lern zu sein schien. An den drei Auktionsta­gen erfreute ein facettenreiches Angebot die beteiligten Philatelisten. Es gab auch Pu­blikum im Saal bei entsprechenden Hygie­nemaßnahmen.

Mit Spannung wurde am ersten Auktions­tag dem Aufruf der 122 „Exklusivitäten der Philatelie V“ entgegengefiebert: So erzielte die komplette ungezähnte Ausgabe der Repräsentativen Darstellungen des Deut­schen Reiches (Los 83) einen Zuschlag von 15 000 Euro. Knapp dahinter rangierte die Danzig-Markenheftchen-Seltenheit MH6 (Los 99) mit einem Zuschlag von 10 000 Euro, der deutlich über dem Michel-Wert liegt. Be­sonders gut präsentierte sich zudem das Ge­neralgouvernement aus dem Fiscus-Bestand (Lose 1, 2, 9 und 38). Auch die „ENTWÜRFE DES PROF. KERN“ liefen durchaus erfolgreich: So übertrumpfte der Ent­wurf von 1956 zur Wiedervereinigung, gleich­zeitig auch das Titelbild des dazugehörigen Son­derkataloges, seinen Ausruf von 150 Euro mit einem Zuschlag von 1650 Euro wesentlich.

Im Anschluss gaben die Ländersammlungen Nicollin schon einen Vorgeschmack auf den anstehenden Sammlungs- und Nachlass-Marathon mit insgesamt 2453 Losen, verteilt auf zwei Tage. Mehr als sieben Stunden lang schwang Auktionatorin Elisabetha Schle­gel alleine am ersten Tag den Hammer und fuhr z. B. bei den Nachlässen eine Zu­schlags­quote von 90% ein. Die wurde im Münz­bereich noch getoppt, breitgefächertes In­teresse und Preissteigerungen waren erneut so gut wie garantiert. Angeführt von den Münzen aus Habsburger Zeit (Taler RDR 1614 mit 3500 Euro sowie Taler RDR 1618 mit 3700 Euro), die Teil einer Münz­einliefe­rung aus Rostock waren. Diese be­stand aus 172 Losen mit einem Ausruf von 16 500 Eu­ro, 170 davon wurden mit einem Zuschlag von 44 000 Euro verkauft!

Auch beim Sonderteil Österreich wurde es interessant: Hier zeigte sich, dass Qualität und maßvolle Schätzungen von den Bietern honoriert werden (FIS ungezähnt und ungebraucht mit Zuschlag 4600 Euro sowie Doll­fuß ungezähnt und postfrisch mit 2200 Eu­ro).

Internet: www.auktionshaus-schlegel.de