25. Schlegel-Auktion: Unbekanntes Archivstück des Braunes-Band-Blocks 1936

29.10.2019 | (pcp-wm/JB) Zum vierten Mal offeriert das Auktionshaus Schlegel in einem Sonderband „Exklusivitäten“, dieses Mal 111 an der Zahl. Dar­un­ter sind seltene und begehrte Einzelstücke, aber auch Einheiten und Brie­fe, wie man sie nicht alle Tage sieht. Selbstverständlich haben Aus­nahme-Raritäten ihren Preis, meist einen vierstelligen, aber es gibt auch günstigere dreistellige Ansätze, zu denen man sich beteiligen kann. Statt eines Ausrufpreises findet der Interessent Schätzwerte, so dass ein jeder sich überlegen mag, was ihm ein Stück wert ist.

Drei Sonderkataloge

Altdeutschland ist allein mit 39 Posi­tionen vertreten, Deutsches Reich mit 18. Hier fällt vor allem ein bislang völlig unbekanntes Archivstück der Block­ausgabe „Das Braune Band“ von 1936 ins Auge. Das Besondere: Der Druck des ungezähnten Blocks erfolgte auf ei­nem Wasserzeichenpapier, das für den Auflagendruck nicht verwendet wurde. Auch das Wasserzeichen „Ha­kenkreu­ze“ weicht von dem der verausgabten Auflage ab. Zudem ist es vorderseitig zum Teil sichtbar, wie die un­ten stehenden Abbildungen verdeutlichen. Mit 12 000 bis 15 000 Euro ist der Block geschätzt. Einmalig sind auch bislang völlig unbekannte Abzüge vom Ur­stem­pel der Dauerserie „Frauen der Ge­schichte“ der Deutschen Bun­des­post
Berlin, die in zwei Losen (75 + 76) an­geboten werden, allerdings mit Schätz­werten von 15 000 Euro und mehr auch ihren Preis haben. Ebenso weitgehend unbekannt sind drei ge­zähnte Farb­proben einer Gedenkmarke für Albert Einstein aus dem Jahr 1959 auf Vorla­gekarton der Bundesdruckerei. Die Mar­ken wurden nie herausgegeben, da das große Genie es sich testamentarisch verbeten hatte, jemals Ehrungen aus Deutschland zu erhalten. Die Lose 87 bis 111 sind Raritäten aus Europa und Übersee vorbehalten. Spektakulär sind ein komplettes Set von „Die Proofs“ der Columbus-Ausgabe von 1893 auf Karton oder der legendäre 11er-Block der grünen Oktogon-1-Schilling-Marke Großbritanniens von 1847. Ein näherer Blick lohnt.

Am selben Tag (28. Oktober 2019) heißt es für Aero­philate­lis­ten: „Auf­ge­passt!“ Denn Andreas Schlegel bietet zu seiner Jubiläums­auk­tio­n in einem Sonder­katalog knapp 700 Lose der Ära der Luft­schifffahrt an. Es handelt sich um die Kol­lektion von John Matt­ler aus den USA, die ein – so Schlegel – seit zehn Jahren nicht mehr gesehenes An­gebot aus der Pio­nierzeit enthält. Die beispiellose Band­brei­te dieser Samm­lung reicht von seltenen Schütte-Lanz- und Par­seval-Bele­gen bis zu hochspannenden Stü­cken zu jedem Zep­pelin-Luftschiff aus der Pionierzeit. Außerdem erwarten den interessierten Sammler zahlreiche Kostbarkeiten wie Abwurfbeutel mit zugehöriger Fahne sowohl der zivilen als auch der militärischen Luftschiffe. Im Sonderkatalog ist noch ein zweiter Schwerpunkt enthalten: ein außergewöhnliches Angebot Vertragsstaatenpost Luxemburg. Dieses umfasst auch Vorläufer, die weder im Sieger- noch im Michel-Katalog er­wähnt sind. Zudem findet der Leser Ver­tragsstaatenpost Schweiz nach Nord- und Südamerika mit zahlreichen exklusiven und seltenen Stücken.

Der 3. Sonderkatalog ist der Spezial­sammlung von Horst Nöbbe vorbehalten, die wohl alles bietet, was des Bau­tenserie-Sammlers Herz nur begehren kann. 1000 Lose stehen bereit, beginnend mit Originalentwürfen und ge­folgt von einer Spezialisierung aller Wert­stufen. Angefangen mit losen Marken und Einheiten, Abarten und Briefen. Zähnungsabarten, Druckaus­fäl­le und dergleichen mehr sind schier endlos im Angebot, und sie ermöglichen damit einen Blick in die unzureichenden Pro­duktionsmöglichkeiten damaliger Nach­kriegszeit. Vieles ist zu günstig angesetzten zweistelligen Startpreisen er­hält­lich, bestimmte Was­serzeichen-Va­rianten in Kombination mit bestimmten Zähnungen können aber auch durch­aus einige tausend Euro kosten. Eine 40 Pf, Type II, mit Wasserzeichen X und der Zähnungs­variante L 11 ½:11 bringt es sogar auf einen Ansatz von 10 000 Euro. Eine solche Marke wurde bisher noch nie auf einer Auktion angeboten, und es soll auch nur ein zweites Exem­plar davon bekannt sein. Für die Lieb­haber dieser Markenserie bietet diese Auktion die wohl auf lange Zeit einmalige Chance, vorhandene Sammlungen zu komplettieren.

Der Hauptkatalog bringt über 8000 weitere Lose aus Deutschland, Europa und Übersee, die am 29. und 30. Ok­tober versteigert werden. Dazu gehört auch ein umfangreicher Samm­lungs­teil. Dieser wird eingeleitet durch den ersten von drei Teilen der Samm­lung des französischen Unternehmers und legendären Fußballklubpräsiden­ten Louis Nicollin. Dieser erste Teil umfasst die Olympia-, Fußball- und Motiv­samm­lungen. Durch die Auflö­sung mehrerer großer Spezial-Samm­lungen ergeben sich in dieser Auktion weitere Schwer­punkte, beispielsweise bei Deutschland nach 1945.

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