Seltener Kombinationsbogen aus der Französischen Zone

Ausschnitt aus dem einmaligen Kombinationsbogen Rheinfalz-Pfalz/Würt­temberg der Fran­zösischen Zone bei Lenz.

Singen Die 111. Lenz-Auktion findet am 3. und 4. November 2023 als Saal-Live-Auk­tion mit Münzen- und Briefmarken- Samm­lungen und -Posten sowie vom 6. bis 8. November als Internet-Live-Auktion mit über 9000 Briefmarken-Einzellosen statt. In der Auktion gibt es wieder ein gewohnt breites Angebot an weltweiter Philatelie mit sehr vielen Briefen und Belegen. Besonderer Schwerpunkt sind die deutschsprachigen Länder wie Schweiz, Österreich, Liechten­stein und natürlich Deutschland allgemein jeweils ab der Vorphila bis in die Neuzeit.

Der Sammlungs-Teil bietet über 1500 Posit­ionen. Wie immer kommen in diesem Be­reich enorm viele Objekte aus privater Hand bzw. aus Nachlässen direkt und teils unbe- rührt mit in der Regel günstigen Ausrufen zur Versteigerung. Hier finden sich Län­der­sammlungen aus aller Welt von hochwertig bis zu vielen kleinen Lots mit Ausrufen ab „Gebot“ (ab 10 Euro).

Der Samstag-Nachmittag ist für die Münzen und Medaillen mit über 700 Losen reserviert. Hier finden sich wieder viele kleine und hochwertige Stücke aus aller Welt ab dem Altertum bis in die Neuzeit. Sie sind nicht nur für den Sammler, sondern auch für Anleger in Silber und Gold von Interesse. Das gilt besonders für die große Vielfalt beim Deutschen Bereich ab Altdeutschland über Kaiserreich bis Weimar. Hinzu kommen auch hier Lots, Posten und komplette Nach­lässe.

Die Einzellose starten mit Übersee, wobei China und USA gut vertreten sind.

Die Länder Europas zeigen ein sehr detailliertes und spezialisiertes Angebot von den Ägäischen Inseln bis Zypern. Hervorzuhe­ben sind u. a. die Frankreich MiNr. 32 sauber gestempelt (250 Euro), der Satz Grie­chenland MiNrn. 96-107 ebenfalls gestempelt (200 Euro) sowie Liechtenstein ab Mi­Nr. 1 mit Vaduzblock und vielem anderen mehr.

Österreich enthält über 1400 Lose ab Vor­phila mit Stempeln sowie Marken und Be-legen ab MiNr. 1, dabei auch ein Brief mit MiNr. 1 und viermal MiNr. 2, alle sehr breitrandig klar gestempelt Wien, nach Littau. Die portogerechte 9-Kreuzer-Frankatur mit Attest Ferchenbauer geht mit 750 Euro ins Rennen. Nur ein Beispiel für die schönen Marken und Belege der Kreuzer-Zeit. Die Semi-Klassik enthält natürlich auch die Spit­zenstücke wie WIPA-Block, Dollfuss und Ren­ner geschnitten. Auch weitere Gebiete wie Lombardei-Venetien und Levante sind vertreten.

Aus den 600 Schweiz-Losen sind einige Klas­siker zu erwähnen: Zürich 4 und Zürich 6 jeweils gestempelt, 4 C. Waad gestempelt mit kleiner Reparatur (3000 Euro), 5 C. Waadt sauber gestempelt (400 Euro), 5 C. Neuenburg mit schwarzer Rosette gestempelt (800 Euro) und 2 1⁄2 Rp. Winterthur auch mit schwarzer Raute (600 Euro). Auch die folgenden Marken sind in gebrauchter Erhaltung und ab MiNr. 8 auch auf Briefen dabei. Mit 500 Euro startet beispielsweise ein Brief mit einer portogerechten Verwen­dung von zwei Eckrandstücken der MiNr. 13 II Azm (500 Euro).

Vatikan zeigt eine extrem seltene Abart aus 2012, die MiNr. 1752 U als Eckrandmarke aus dem einzigen bekannten ungezähnten 10er-Bogen (1000 Euro).

Bei Altdeutschland, das 1700 Lose mit seltenen Marken und Stempeln umfasst, sind Hannover und Württemberg mit vielen seltenen und besonderen Marken, Belegen und Stempeln hervorzuheben. Bei Hanno­ver ist ein Brief mit den MiNrn. 14, 17 und 19 nach Frankreich mit 750 Euro geschätzt, ein weiterer Brief mit einem 4er-Streifen der MiNr. 17 und der MiNr. 23 mit 1000 Euro. Preußens Nummernstempel „1575“ von Wal­trop gestochen klar auf Brief soll mindestens 1200 Euro bringen. Bei Sachsen fällt eine Vier-Farben-Frankatur für 2000 Euro auf. Aus dem Württemberg-Teil seien hervorgehoben: Ortsstempel „Backnang“ (blau-­ er Siebstempel, 1500 Euro), MiNrn. 5 II und 1 yb als senkrechtes Paar auf sehr früher Ver­wen­dung von Ulm nach St. Petersburg vom 16. Mai 1854 (3800 Euro), MiNr. 30 c auf Brief (2000 Euro), Mi­Nr. 31 c gestempelt (1000 Euro) und drei gestempelte 70-Kreu­zer-Werte (ab 1000 Eu­ro).

Das Deutsche Reich bringt über 1000 Lose ab Hufeisenstempel und Brustschilde mit vielen Briefen/Belegen sowie Standard­mate­rial postfrisch und ge­stempelt. Ins Auge fällt eine Währungsmisch­fran­ka­tur auf Brief mit den MiNrn. 3 und 23 a als „3-Kreuzer“-Por­to. Die extrem seltene Fran­katurkombination ist mit 1450 Euro ta­xiert. Vertreten sind auch die Blocks und Spit­zensätze aus der Wei­marer Re­publik und dem Dritten Reich. Dienstmarken und Zusammendrucke bilden mit 140 Losen den Ab­schluss dieses Gebie­tes. Hervorzuheben ist in dieser Auktion das gro­ße Angebot an Flugpost und Zeppelin-Be­legen aus aller Welt mit einigen besonderen und seltenen Stücken, insgesamt 260 Lose.

Nachkriegsdeutschland steht zunächst im Zeichen der Lokalausgaben und hier mit dem 3. Teil einer „Freudenstadt“-Samm­lung, die fast 50 Jahre in Sammlerhand gewesen ist. Aus ihr stammen über 70 meist Belege mit vielen Unikaten, Stempeln und Beson­derheiten, viele auch im Hand­buch erwähnt und beschrieben.

Highlight der Auktion ist die 20 Pf „100 Jahre deutsche Briefmarken“ (MiNr. 50) der Französischen Zone im einzig bekannten postfrischen Bogen, der links unten mit vier Marken der Ausgabe Rheinland Pfalz ge­druckt wurde. Im Michel sind nur der waa­gerechte Zusammendruck oder der untere 5er-Streifen bewertet. Ein darauf befindlicher senkrechter Zusammendruck hat keine Bewertung, da nur einmal vorkommend. Die absolute Rarität und Blickfang für die große Französische-Zone-Sammlung wird mit 15 000 Euro ausgerufen. Von der Bizone sind die ersten Lose aus einer großen Samm­lung Bauten im Ange­bot. Dabei sind sehr seltene Ausgaben und auch Unikate sowie Briefe mit sehr seltenen Versandarten, die viele Jahre nicht auf dem Markt waren. Insgesamt umfasst die Abteilung über 2000 Lose mit Marken und vielen Belegen.

Internet: www.briefmarken.com